Für den Bruchteil einer Sekunde sah man, wie sich die Unsicherheit in ihrem Gesicht zeigte, die jedoch sehr schnell in eine eher nachdenkliche Mine umschlug. Dieser Junge. Er wusste wirklich wie man spielte. Doch so sehr es Tsúmi auch freute, so Jemanden gefunden zu haben, es kränkte sie auch. Denn ganz offensichtlich hatte er schon bedeutend mehr Erfahrung in diesen Dingen, wohingegen sie noch eine Menge lernen musste, vor allem wenn es darum ging, Gegner zu voreilig zu unterschätzen. Das würde immer ihre Schwachstelle bleiben, die Überheblichkeit, die viel zu schnell auch in ein gewisses Mitleid überging. Damals als sie ihre Familie um drei Mitglieder verkleinerte, setzte sie ihre ganze, sie beseelende Grausamkeit ein, um zu ihrem Ziel zu gelangen. In dieser Situation war sie ein richtiger Spieler. Und nun machte ihr zusehends diese kleine Akemi zu schaffen, welche immer fordernder wurde und am liebsten alles dafür tun würde, wieder zu ihrem Vater zurückkehren zu können. Als zweite Persönlichkeit hatte man es schon nicht leicht, obwohl Tsúmi in diesem Fall die Erste war.
Nachdem sie etwas abgeschweift war, fixierte sie nun wieder den schwarzhaarigen Jungen und kam zu dem Entschluss, dass egal was er mit seinen einem Arm tun könnte, um sie zu töten, sie es sicher nicht am eigenen Leib erfahren wollte. Denn schon ein weiteren Angriff konnte sie wohl nicht ohne wirklich Spätfolgen überstehen. Zu ihrem weiteren Unglück sank auch noch ihr Adrenalinspiegel und der stechende Schmerz in ihrer Schulter irritierte doch ein wenig. Allerdings würde er nicht so leicht die Worte aus ihrem Mund hören, welche sich um das aufgeben drehten. Sie würde es umschreiben und das musste genügen. „Tz, dann ist das Spiel also vorbei … .“ sagte sie monoton, nahm ihren Wurfstern und verstaute ihn in ihrer Tasche und zog danach das Kunai aus seinem linken Oberschenkel. Nur ein schwaches Rinnsal lief aus der Wunde, dass bedeutete dass sie entweder seinen Knochen oder seine Nervenstränge getroffen hatte. Beides nicht sonderlich schöne Verletzungen. Als auch diese Waffe verstaut war, stütze sich die Genin an seiner Brust ab um aufzustehen, was auch langsam Zeit wurde, da ihre Muskeln begannen, sich unschön zu verkrampfen. Scheiß Blitzzeug. Bis zu einem Arzt würde sie es schon noch schaffen, doch wohin konnte sie dann gehen? Einfach wieder zurück zu den Samezakis? Ein kalter Schauer begleitete diese Überlegung, die sie wohl erst noch überdenken musste. Und was sollte jetzt mit dem Jonin passieren? Sie konnte sich gut vorstellen, dass er einfach gegangen wäre, wenn sie sich in dieser Situation befunden hätte. Doch vor ihr lag auch zumindest der Körper ihres Freundes Hebi und diese Tatsache ließ sie schon wieder schwach werden. Außerdem sah der Himmel schwer nach einem Sommergewitter aus. Obwohl die aufgebrachte Tsúmi in ihrem Inneren tobte, war es die freundliche Akemi, welche Beyond ihren rechten Arm zum Aufstehen anbot, egal was das für Konsequenzen haben würde und Tsúmi konnte einfach nicht verstehen, wie sie es schaffte einfach so die Kontrolle über IHREN Körper zu übernehmen, denn das sollte eigentlich unmöglich sein. „Lass uns ins Krankenhaus gehen, dort gibt es ein Gegenmittel für das Gift.“ sagte sie mit erschöpfter, höflicher Stimme, zu dem Kerl, der überhaupt keine Freundlichkeit zu kennen schien.